Deutsche Geschichte

1871-1919

Inhalt:

1. Die Gründung des Deutsc hen Kaiserreiches - Der Höhepunkt der preussischen Geschichte 

2. Wichtige Persönlichkeiten

  • 2.1 Fürst Otto Von Bismarck
  • 2.2 Kaiser Wilhelm II.

3. Konflikt zwischen WilhelmII. und Bismarck

  • 3.1 Kurzinformation
  • 3.2 DieAußenpolitik
  • 3.3 Kolonialpolitik
  • 3.4 Militärische Aufrüstung
  • 3.5 Innenpolitik

4. Sturz Bismarcks im im Jahr 1890

5. Der I. Weltkrieg

  • 5.1 Die Situation vor dem Krieg
  • 5.2 Bündnisse
  • 5.3 Bedeutende Personen des Krieges
  • 5.4 Kriegsausbruch: Ursache und Ablauf
  • 5.5 Kriegserklärungen der beteiligten Staaten.
  • 5.6 Der Kriegsverlauf

6. politische und territoriale Veränderungen - Der Versailler Vertrag

 

1. Die Gründung des Deutschen Kaiserreiches - Der Höhepunkt der preussischen Geschichte

Das deutsche Kaiserreich wurde am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles ausgerufen.

(forderste Person auf der Empore mit beiden Armen unten: Kaiser Wilhelm I. ; In der Mitte des Bildes in weiß gekleidet: Reichskanzler Otto von Bismarck)

Die Wahl des 18. Januar 1871 als Zeitpunkt für die Krönung des Deutschen Kaisers war wichtig, weil dieser Jahrestag symbolisch ist. Der preußische König Friedrich I. wurde am 18. Januar 1701 gekrönt; die bewusste Wahl dieses Jahrestages scheint zu sagen, dass Preußen jetzt sein Ziel erreichte. An diesem Jahrestag fing die Geschichte Preußens an und an diesem Tag hörte sie auf; statt Preußen gab es jetzt das Kaiserreich. Preußen und das Kaiserreich waren auf ihrem Höhepunkt; das heißt, sie waren an der Spitze der Macht und der Welt. Bismarck wollte zunächst lieber die Kaiserkrönung auf deutsch Boden abhalten. Doch er konnte den zukünftigen Kaiser Wihelm und seine Militärs nicht davon abhalten Frankreich durch die Ausrufung des Kaiserreiches in Versailles zu demütigen. Dies führte zur dauerhafte Erzfeindschaft zwischen Deutschland und Frankreich.

1871 war durch Deutschlands Triumph im Deutsch-Französischen Krieg dennoch ein großes Jahr in der stolzen deutschen Geschichte.

Das Deutsche Kaiserreich bzw. die Reichsländer in den Grenzen von 1871 bis 1918.

Neben dem dominierenden Königreich Preußen hatten auch Bayern, Sachsen und Würtemberg einen König.

2. Wichtige Persönlichkeiten

2.1 Fürst Otto Von Bismarck

 Graf Otto von Bismarck, Fürst von Bismarck-Schönhausen, Herzog von Lauenburg,
geb. 01.04.1815 in Schönhausen, gest. 30.07.1898 in Friedrichsruh.
Gründer und erster Kanzler des Deutschen Reiches.
Reichskanzler von 1871 bis 1890,
bekannt als der "Eiserne Kanzler".

Otto von Bismarck arbeitete von 1871 - 1890 als deutscher Reichskanzler. Bismarck wurde am 1. April 1815 bei Schönhausen geboren und verstarb 1898 in Friedensruh bei Lauenburg. In seinem Leben erwarb er folgende Titel: Graf (ab 1865), F�rst (ab 1871), Herzog von Lauenburg (ab 1890). Bismarck stammte aus der altm�rkischen Kleinadelsfamilie der Junker. Als Rechtsreferendar ging er 1836 in den preu�ischen Staatsdienst, verlie� ihn 1839 und bewirtschaftete das Gut Kneipebhof in Pommern, ab 1845 das v�terliche Gut Sch�nhausen. Im Jahre 1846 wurde er Abgeordneter des s�chs. Provinziallandtages. Seine polit. Laufbahn begann Bismarck auf dem �u�ersten rechten Fl�gel des preu�ischen Vereinigten Landtages 1847. Beim Ausbruch der deutschen Revolution 1848 suchte er als f�hrendes Mitglied der Konservativen Partei K�nig Friedrich Wilhelm IV. f�r die Gegenrevolution zu gewinnen. 1849/50 war er Mitglied der zweiten Kammer des preu�ischen Landtags und des Erfurter Parlaments; 1851 bis 1859 preu�ischer Gesandter beim Bundestag in Frankfurt.
In den fr�hen 1850er Jahren bildete er unter Preisgabe konservativer Prinzipienpolitik seine Auffassung von Realpolitik heraus: Leitlinie sollte das Interesse der preu�ischen dt. Gro�macht bei Respektierung der Interessen der �brigen Gro�m�chte sein. Zunehmend bek�mpfte Bismarck die f�hrende Rolle �sterreichs im Deutschen Bund. Mit Beginn der "Neuen �ra" 1858/59 entwickelte er Pl�ne, die deutsche Nationalbewegung als Bundesgenossen zu gebrauchen und den deutschen Bund zu sprengen. 1859-1862 war er Gesandter in ST.Petersburg; 1862 kurzeitig in Paris.
In einer f�r K�nig WilhelmI. und die preu�ische Monarchie vermeintlich aussichtslosen Lage wurde Bismarck 1862 zum Ministerpr�sidenten und Au�enminister bestellt. Der isolierte Monarch hatte den Heeres und Verfassungskonflikt zum grunds�tzlichen Kampf um K�nig- und Parlamentsherrschaft zugespitzt. Bismarck stellte sich Wilhelm zur bedingungslosen Durchsetzung der angestrebten Heeresform zur Verf�gung und erhielt die seine gesamte Regierungszeit kennzeichnende Freiheit f�r seine Politik. Er regierte budgetlos gegen das Parlament, dem er in dessen Bestreben um eine Parlamentisierung Preu�ens den Kampf ansagte. 1863/64 sondierte er jedoch die M�glichkeiten einer Kooperation mit Ferdinand Lassalle und der Einf�hrung des gleichen Wahlrechts., um die Majorit�t der Liberalen im Parlament, denen das Dreiklassenwahlrecht zugute kam, zu brechen.
Die Au�enpolitik Bismarcks stand in enger Wechselwirkung zur inneren Entwicklung Preu�ens. Bereits 1862 gab er �sterreich sein Ziel zu erkennen, Preu�ens Herrschaft in Norddeutschland durchzusetzen. 1863 unterbreitete er erste Reformvorschl�ge f�r den Dt. Bund, die auch die Schaffung einer Volksvertretung mit gleichen Wahlrecht vorsahen, wodurch die dt. Nationalbewegung gegen �sterreich eingespannt werden sollte. Im gleichen Jahr sicherte sich Bismarck durch die Alvenslebende Konvention gegen Polen die R�ckendeckung Ru�lands. In der Krise um Schleswig Holstein 1863/64 gelang es ihm, den international abgesicherten Status der Elbherzogt�mer durch eine Alleinverantwortlichkeit Preu�ens und �sterreichs zu ersetzen. Nach dem ersten dt. Einigungskrieg gegen D�nemark 1864, in dem Preu�en und �sterreich die Abtretung Schleswig-Holsteins erzwungen hatten, erreichte Bismarck im Vertrag von Gastein 1865 die Abgrenzung der Interessensph�ren im zun�chst gemeinsam administrierten Kondominium. �sterreich �bernahm die Verwaltung Holsteins, Preu�en die Schleswigs. 1866 betrieb er �ber Spannungen in dieser labilen Konstruktion die milit�rischen Konfrontation mit �sterreich, wobei nun auch die l�ngerfristige Perspektive einer Verbindung mit S�ddeutschland Bedeutung gewann. Er schlo� mit Italien ein B�ndnis und erneuerte seinen Vorschlag zur Bundesreform durch Schaffung einer Volksvertretung.
Nachdem die Schlacht von K�nigr�tz 1866 den Dt. Krieg zugunsten Preu�ens entschieden hatte, setzte Bismarck gegen den Willen WilhelmsI. die Schonung �sterreichs als Gro�macht durch und verwirklichte seine Neuordnungspl�ne: Nach der Auss�hnung mit dem preu�ischen Parlament und der Mehrheit der Liberalen durch das Idenit�tsgesetz gr�ndete er 1867 den Norddeutschen Bund, dessen Bundeskanzler und Au�enminister er wurde. Durch Vertr�ge band er die s�ddeutschen Staaten milit�risch an den Norddeutschen Bund. Vor dem Hintergrund franz�s. Kompensationsanspr�che wegen des Machtzuwachses Preu�ens 1866/67 l�ste Bismarck in Antwort auf eine franz�sische Provokation mit der Emser Depeche 1870 den Dt.-Franz. Krieg aus. Gegen Helmut von Moltke, der einen "Karthagofrieden" anstrebte, behauptete er den Primat der politischen gegen�ber der milit�rischen F�hrung. In den Vertr�gen mit den s�ddt. Staaten und mit der Kaiserproklamation WilhelmsI. am 18. Januar 1871 erreichte er die Gr�ndung des Dt. Reiches. Die Verfassung des Reichs als konstitutionelle Monarchie mit einem aus gleichem Wahlrecht hervorgegangenen Reichstag spiegelte die Verbindung von Zielen der liberalen dt. Nationalbewegung mit den Wesensz�gen des preu�. Beamten- und Milit�rsstaates wider. Bismarck wurde Reichskanzler des neuen Nationalstaates.
In den beiden Jahrzehnten der Reichskanzlerschaft verf�gte Bismarck, der auch preu�ischer Ministerpr�sident blieb, �ber eine nahezu unangreifbare innenpolitische Stellung. Im Reichstag st�rtzte er sich auf die Nationalliberalen und die sich ihm nur z�gernd wieder ann�hernden Konservativen. In oppositionellen Kr�ften sah er "Reichs-feinde". Im Kulturkampf gegen den politische Katholizismus, der Mitte der 1870er Jahre seinen H�hepunkt erreichte, suchte er das neu entstandene Zentrum vergeblich zu treffen. Nach zwei Attentaten auf WilhelmI. 1878 sollte das Sozialistengesetz (bis 1890 mehrfach verl�ngert) die 1875 gegr�ndete Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands, die mit den Anschl�gen nichts zu tun hatte, ausschalten.
1878/79 brach Bismarck mit der Mehrheit der Nationalliberalen, die langfristig eine Parlamentarisierung der Monarchie erwarteten, und vollzog mit der Einf�hrung einer Schutzzollpolitik eine grundlegende konservative Wende der dt. Innenpolitik. Nun mehr sich auf wechselnde Mehrheiten im Reichstag st�tzend, begann er ein sozialpolit. Programm zu verwirklichen: Krankenversicherung (1883), Unfallversicherung (1884), Alters- und Invalidenversicherung (1889); dessen Hauptzweck, die Entfernung der Arbeiterschaft von der Sozialdemokratie, erreichte er allerdings nicht. Nachdem das "Kartell" aus Konservativen und nach rechts geschwenkten Liberalen 1887 in einem von der Au�enpolitik bestimmten Wahlkampf noch einmal gesiegt hatte, erlitten diese Parteien 1890 eine schwere Wahlniederlage. Als Bismarck den 1888 regierenden und auf Unabh�ngigkeit vom Kanzler bedachten Kaiser WilhelmII. zu einem neuen sozialkonservativen Kampfprogramm gegen den Reichstag, m�glicherweise aber auch zu einer Kooperation mit dem Zentrum bewegen wollen, wurde er von diesem am 18. M�rz 1890 unter verletzenden Umst�nden entlassen. Au�enpolitisch bem�ht, die M�chte zu �berzeugen, Deutschland sei "satuiert", betrieb Bismarck zun�chst eine Politik, die Koalition gegen Deutschland verhindern sollte. Der Berliner Kongre� 1878 brachte ihm dank seinem Bem�hen, im Balkankonflikt als "ehrlicher Makler" zu vermitteln, den Ruf eines gro�en europ�ischen Staatsmannes. Die dennoch eingesetzte schwere Krise im Verh�ltnis zu Ru�land veranla�te ihn zum Aufbau eines komplizierten B�ndnissystems: Zweibund mit �sterreich-Ungarn 1879, Dreikaiservertrag mit �sterreich-Ungarn und Ru�land, Dreibund als Erweiterung des Zweibunds um Italien 1882 und nach der Phase des Erwerbs von Kolonien 1884/85 R�ckversicherungsvertrag mit Ru�land und F�rderung Mittelmeerentente zwischen Italien, England, und �sterreich-Ungarn 1887. Bei sich zum Teil widersprechendem Inhalt der Vertr�ge diente das System dazu, den B�ndnisfall und damit den Krieg zu vermeiden. Seit der Mitte der 1880er Jahre einsetzende neue schwere Krisen (Bulgarienkrise 1885/86, Boulangerkrise 1886/87) lie�en die au�enpolitische Lage Deutschlands als zunehmend labil und gef�hrdet erscheinen. Bismarcks Sorge vor feindl. Koalitionen und einem Zweifrontenkrieg wuchs und lie� ihn nach Alternativen zum bestehenden B�ndnissystem suchen. Milit�rische Abenteuer wie ein Pr�ventativschlag gegen Ru�land lehnte er konsequent ab.
Nach seinem R�cktritt bek�mpfte Bismarck den von ihm f�r verh�ngnisvoll erachteten "Neuen Kurs " seines Nachfolgers Leo Graf v. Caprivi. W�hrend er sich 1894 formell mit WilhelmII.
auss�hnte, lehnte der Reichstag 1895 einen Gl�ckwusch zum 80. Geburtstag ab. Bei seinen Gegnern von links galt er weiterhin als "Blut und Eisen"-Politiker. Doch setzte noch zu seinen Lebzeiten eine lange anhaltende nahezu mythische Verehrung des "Eisernen Kanzlers" ein.

2.2 Kaiser Wilhelm II.

WilhelmII. fungierte von 1888 bis 1918 als deutscher Kaiser und K�nig von Preu�en . WilhelmII. wurde am 27. Januar 1859 in Potsdam geboren. Verstorben ist er am 4. Juni 1941 im Haus Doorn in der Provinz Utrecht in den Niederlanden.
Im Gegensatz zu seinem Gro�vater WilhelmI. erwirkte sich der ehrgeizige junge Monarch als dritter und letzter Kaiser des 2. Deutschen Kaiserreichs nach dem Tod seines Vaters Kaiser FriedrichIII. bedeutenden Einflu� auf die Reichspolitik. Die Wilhelmische �ra (auch Wilhelminismus) leitete er durch den Bruch mit dem eigentlichen Gr�nder des Kaiserreichs, Reichskanzler Ott v. Bismarck, �ber die Aufhebung der Sozialistengesetze ein.
Als "sozialer Kaiser" wollte Wilhelm zun�chst die Arbeiterschaft f�r die Monarchie gewinnen. Er lehnte deshalb Staatsstreichpl�ne Bismarcks f�r die Zeit nach dem Ablauf des Sozialistengesetzes ab und erzwang 1890 den R�cktritt des Kanzlers. Unter den schwachen Kanzlern Leo v. Caprivi (1890-1894) und Chlodwig F�rst zu Hohenlohe-Schillingsf�rst (1894-1900), mit Abstrichen auch unter Bernhard v. B�low und Theobald von Bethmann Hollweg geriet sein "pers�nliches Regiment" aufgrund seines unsteten Charakters zu einer schwankenden Innen- Au�enpolitik. Nachdem er sich Ru�land bereits durch Nichtverl�ngerung des R�ckversicherungsvertrages zum Feind gemacht hat, zog er sich auch den Zorn Frankreichs und Englands durch seine offensive Flotten- und Kolonialpolitik (ab 1896/97) auf sich.W�hrend er die Briten durch die Gratulation an den Pr�sidenten von Transvaal, Paul Kr�ger, zur Niederschlagung des Jameson-Raids (1896) und ein taktloses Interview im Daily Telegraph (1908) d�pierte, festigte er durch seine Marokkopolitik (demonstrative Landung in Agadir 1905 als Auftakt zur ersten Marokkokrise) Frankreichs B�ndnis mit England und Ru�land. Mit der "Hunnenrede" anl��lich der Entsendung der dt. Truppen gegen den Boxeraufstand in China 1900 l�ste er Irritationen in ganz Europa aus. Versuche zur Wiederann�herung an Ru�land (Vertrag von Bj�rkoe mit Zar NikolausII: 1905) und zum Ausgleich mit Gro�britanien �ber die Flottenpolitik (Mission Richard B. Haldanes 1912) scheiterten. Seit der Staatskrise �ber die Daily Telegraph-Aff�re 1908 hielt sich Wilhelm mehr im Hintergrund, stimmte dem Schlieffen-Plan (erarbeitet v. Alfred von Schlieffen) wie der Entscheidung zur Vorbereitung des Weltkrieges durch den "Kriegsrat" 1912 grund-s�tzlich zu. W�hrend des ersten Weltkrieges war Wilhelm formal a�s Oberster Kriegs-heer der Aufgabe, die zivile und milit�rische Gewalt zu koordinieren, nicht gewachsen und f�gte sich seit der Berufung Paul v. Hindenburgs und Erich Ludendorffs dem Diktat der dritten Obersten Heeresleitung. Seine halbherzige "Osterbotschaft", die eine Reform des preu�ischen Dreiklassenwahlrechts versprach, konnte die Monarchie nicht mehr retten. Nach dem milit�rischen Zusammenbruch trat Wilhelm auf Rat Hindenburgs auf niederl�ndischen Boden �ber und verzichtete am 28. November 1918 auf den Thron, nach dem Reichskanzler Max v. Baden bereits am 9. November eigen-m�chtig seine Abdankung bekanntgegeben hatte. Wilhelm lebte danach zun�chst in Amerongen, seit 1920 in Doorn.

 

3. Konflikt zwischen WilhelmII. und Bismarck

3.1 Kurzinformation
Seit der Thronbesteigung im Jahre 1888 gab es Spannungen zwischen beiden Kontrahenten. In erster Linie war das Generationenproblem zwischen dem jungen Kaiser und dem alten, selbstst�ndigen, erfolgsverw�hnen Kanzler. Der Kaiser wollte die Antisozialistengesetze abschaffen und den R�ckversicherungsvertrag, den er f�r einen Verrat an �sterreich hielt, nicht erneuern. Bismarck hielt beides f�r entscheidende Fehler. Pers�nliche Intrigen gaben den Ausschlag, da� der Kaiser den Kanzler zum R�cktritt aufforderte.

3.2 DieAußenpolitik
B�ndnispolitik:
Bismarck schlo� in der Zeit von 1879 bis 1887 au�enpolitische Verteidigungsb�ndnisse mit den Nachbarstaaten ab, damit das Deutsche Reich nicht in die Gefahr eines Zweifrontenkrieges kommt. Alle B�ndnisse richten sich gegen Frankreich.
-1879: Zweibund : �sterreich und Deutschland. Wenn einer der beiden Staaten angegriffen wird, dann hilft der andere. Wenn einer der Vertragspartner ein drittes Land angreift, ist der andere neutral.
-1882: Dreibund : Deutschland, �sterreich, Italien. Wenn Frankreich Italien angreift, dann helfen Deutschland, und �sterreich. Wenn Frankreich Deutschland angreift hilft Italien. Wenn Ru�land �sterreich angreift, hilft Italien. Voraussetung ist aber ein gutes Verh�ltnis zu England.
-1887: R�ckversicherungsvertrag: Deutschland und Ru�land. Wenn Ru�land von �sterreich angegriffen wird, verh�lt sich Deutschland neutral. Wenn Deutschland von Frankreich angegriffen wird, bleibt Ru�land neutral.
-1887: Mittelmeerabkommen: Italien, �sterreich, England, Spanien. Der Besitzstand im Mittelmeer wird garantiert.

Kaiser Wilhelm II. war ein Fan des Imperialismus. Er hielt nicht viel von Verteidigungs-b�ndnissen sondern war f�r eine Ausweitung des Deutschen Reiches. Somit lie� er nicht nur das B�ndnis mit Ru�land platzen, sondern setzte die Ausweitung des Reiches auch in der Kolonialpolitk fort.

3.3 Kolonialpolitik
Streitpunkte:
WilhelmII. versuchte das Deutsche Reich nicht nur territorial sondern auch machtpolitisch zu vergr��ern. Er versuchte soviele Kolonien wie m�glich zu ergattern. Bismarck, der die Kolonialpolitik WilhelmI. in geringen Ma�en noch zulie�, sah durch die Kolonialpolitik WilhelmII. das Kr�ftegleichgewicht in Europa gef�hrdet und versuchte die Imperialistische Politik einzud�mmen, stie� damit aber auf Unverst�ndnis, denn Kolonialpolitik betrieben alle europ�ischen Gro�m�chte und da durfte Deutschland nicht fehlen.

3.4 Militärische Aufrüstung
Streitpunkte:
Um die deutschen Kolonien auf der ganzen Welt sch�tzen zu k�nnen, bedurfte es einer gro�en Kriegsflotte. Somit baute WilhelmII. eine Flotte auf, die von der Gr��e, bis zum 1. Weltkrieg, fast englische Ausma�e annahm. Mit dieser Ma�nahme stie� er in ein Hornissennest, denn England war durch das Mittelmeerabkommen abgesichert. Bismarck, der diese Entwicklung nur drei Jahre miterleben durfte, konnte den jungen dynamischen Kaiser aber nicht bremsen.

3.5 Innenpolitik
Streitpunkte und Entwicklungen:
Schon kurze Zeit nach der Thronbesteigung WilhelmII. verschlechterte sich das pers�nliche Verh�ltnis zwischen ihm und Bismarck.

Hoftracht:
Als der Kaiser eine neue Hoftracht einf�hren wollte, war Bismarck voll blanken Hohnes. Dergleichen mu�te in jeder Krise zwischen beiden die Verst�ndigung erschweren. Jeder versuchte dem anderen eins auszuwischen.

Arbeiterbewegung:
Bestimmend war endlich die Konstellation, die seit dem Fr�hjahr 1889 den Bruch unausweichlich machte. Denn Bismarck vertrat eine kompromi�los harte Linie gegen�ber der Arbeiterbewegung, wollte das erschreckte B�rgertum an die Seite der Regierung treiben und das Sozialistengesetz versch�rfen. Der Kaiser dagegen glaubte an die Notwendigkeit sozialer Vers�hnung, und es gab wenig Zweifel, da� die Vernunft diesmal auf seiner Seite stand. Unterschiede der Betrachtungsweise und intrigante (=hinterh�ltige) Ratgeber spielten ihre Rolle.

Massenstreik im Bergbau, Soziale Versorgung, Bildung und Industrie:
Entscheidend aber wurde die unterschiedliche Behandlung der Massenstreiks im Bergbau 1989. Dazu kamen Fragen der Schule und des Sozialistengesetzes, und es k�ndigten sich in dem Kampf zwischen dem alten Kanzler und dem jungen Kaiser auch jene Konflikte schon an, die seitdem den Gegensatz von Exportindustrie und Gro�landwirtschaft st�ndig verst�rkten. Es ging, hinter all den pers�nlichen Geh�ssigkeiten , letztlich um die Stabilisierung des Staates, die Bismarck wollte, oder um �ffnung zur industriellen Massengesellschaft, die WilhelmII. f�r die Lebensfrage des Reiches hielt und die bis 1914 nicht mehr zur Ruhe kam.

Konflikt und Auseinandersetzungen zwischen den Kontrahenten:
Die Trag�die begann mit einer fast beil�ufigen Szene. Ein Kronrat wurde einberufen, und hier legte der Kaiser all jene Zweifel am Sozialistengesetz dar, die von den Liberalen bis zu den Sozialisten l�ngst ge�u�ert worden waren. Die Schlu�folgerung: Die Schule im Reich sollte reformiert werden. Bismarck, indes konstatierte sehr k�hl "da� seine Majest�t f�r Stadt und Land, f�r Volks- und h�here Schulen sorgen wolle, und da� man �ber der Sorge f�r die st�dtische, bebildetere Bev�lkerung die f�r die l�ndliche nicht zur�cktreten lassen m�ge. Letztere sei die st�rkere an Zahl, wie an Kraft, wenn es sich schlie�lich bei dem Kampf zwischen Staatsordnung und Sozialdemokratie um Gewalt handele. In dieser Sache entscheide nicht die Schulbildung, au�erdem g�be es genug Gymnasien."
Unterdessen aber ging das Drama abseits von Berlin weiter. Im April 1889 hatten gro�e Bergwerkstreiks im Gelsenkirchener Revier begonnen. Bei guter Ertragslage der Gruben verlangten die Arbeiter h�heren Lohn. Desweiteren verlangten sie, f�r �berstunden bezahlt zu werden. Bald waren vierzigtausend Kumpel im Ausstand, dann wurde auch in Schlesien, um Waldberg, gestreikt. Auf dem H�hepunkt der Bewegung waren hundertf�nfzigtausend Arbeiter im Ausstand. Den Eisenbahnen fehlte die Kohle um weiter fahren zu k�nnen. Truppen wurden um die Streikzentren zusammengezogen. Es dr�ngte sich die Frage auf, ob der Ausnahmezustand verh�ngt werden sollte. Der Kaiser setzte auf Verhandlungen. Er empfing eine Deputation streikender Arbeiter (das erste Mal in der Geschichte des Reiches). Bismarck dagegen dachte an den Ernstfall. Er h�tte gern die privatlichen Kohlengruben verstaatlicht, um die strategische Energieversorgung zu sichern. Der Kaiser wollte mehr Arbeitsschutz, notfalls gegen die Fabrikherren. Der Kanzler aber sah den Ausweg darin, dem Sozialistengesetz endlich jene Sch�rfe zu geben, die ihm von Anfang an gefehlt hatte.
Am Ende ging man ohne Kompromi� auseinander. Bismarck beharrte fortan, das Sozialistengesetz darf nicht zur�ckgenommen werden, sondern mu� konsequent weiterentwickelt werden. Gro�e Teile der Industrie glaubten nicht mehr an eine solche L�sung, auch nicht die Nationalliberalen (Partei Bismarcks). Dadurch wurde das Regierungsb�ndnis von 1887 unhaltbar, die Regierungsmehrheit zerfiel. Die Massenstreiks von 1889 hatten das System der taktischen B�ndnisse zur Unterdr�ckung der politischen Arbeiterbewegung beendet. Die Streiks signalisierten Zentrum und Liberalen, da� Deutschland in das Zeitalter der industriellen Massengesellschaft eingetreten war. Bismarck aber beschritt beharrlich seinen alten Weg. Er man�verierte sich selbst ins Abseits. Der Mann, der noch die Sozialpolitik kraftvoll mitbestimmt hatte, wurde zum Hindernis jener anderen Politik, die zwischen den Mittelparteien, der Industrie, der preu�ischen Ministerialb�rokratie und dem Kaiser im Entstehen war.

3.6 Sturz Bismarcks im im Jahr 1890

Kaum ein Einzelproblem in der Geschichte des Kaiserreichs, mit Ausnahme der Julikrise 1914, sollte mehr Hebel in Bewegung setzten, als der Sturz Bismarcks im M�rz 1890. Diese Handlung war mehr als ein Personenwechsel. Es war das Ende einer Epoche, welche dann ihre Erben zum Schicksal wurden. In der Arbeiterfrage gab es keine Ann�herung. Bismarck versteifte sich beim Sozialistengesetz auf die Ausweisungsbefugnis der Beh�rden. So sagte Bismarck:" Bleibe das Gesetz unerledigt, so m�sse man sich ohne dasselbe behelfen und die Wogen h�her gehen lassen." Er glaubte an Konflikte und scharfes Schie�en ("Dann m�ge es doch zum Zusammensto� kommen"). Und auch dem Kaiser war bewu�t, was auf dem Spiel stand, aber er zog die entgegengesetzte Schlu�folgerung("Er wolle ohne den �u�ersten Notfall solchen Katastrophen soweit m�glich durch Pr�ventivma�regeln vorbeugen, nicht seine ersten Regierungsjahre mit dem Blut seiner Untertanen f�rben).
Danach war der Bruch unheilbar. Auch die Generalit�t, seit den Tagen des Milit�rkonflikts die Garantimacht hinter Bismarcks Politik, nahm Distanz und schwenkte auf die Seite des Kaisers. Zwar erging ein Erla� an die Generalkommandos, betreffend die �berwachung der sozialdemoratischen Bestrebungen, der vorl�ufige Festnahmen und Waffengebrauch regelte, damit jeder Aufruhr im Keim erstickt w�rde. Aber in Wirklichkeit ging es l�ngst um innere Entspannung, und deren Protagonist war der Kaiser. Als die Reichstagswahlen am 20. Februar 1890 den Ruin des Kartells dokumentierten, rechneten die Liberalen und der Kaiser Bismarcks Starrsinn die Schuld zu. Bismarck sah darin den Beweis, da� die kaiserliche Sprunghaftigkeit die Politik ruinierte. Jetzt ging es um die Entscheidung f�r innere Vers�hnung oder die Bitternis innerer K�mpfe.
Kaiser oder Kanzler: Bismarck h�tte es nie auf diese Zuspitzung ankommen lassen d�rfen. Denn damit hatte er bereits verloren, ohne es zu wissen. Der Kaiser sagte im Kronrat, die Deutschen h�tten, anders als die Briten, sich "nicht um ihre Arbeiter gek�mmert, sondern sie ausgepre�t wie Zitronen und auf dem Mist verfaulen lassen". F�r Bismarck waren diese Aussagen Utopie und dienten nur dazu, um die Popularit�t der niedrigsten Klassen zu gewinnen.
Bismarck erkl�rte sich bereit, den kompetenten Berater des Monarchen, den rheinischen Oberpr�sidenten von Berlepsch zum preu�ischen Handelsminister zu machen, zust�ndig f�r die Sozialpolitik.
Bismarck setzte auf einen Kampfkurs, in dem er all seine Erfahrung seit 1948 ausspielte. F�r die Zukunft des industriellen Deutschlands aber h�tte das alles eine Katastrophe bedeutet. Es gab zwei Szenarios, staatsrechtlich verzwickt das eine, das andere pure Konfliktpolitik. Im ersten Szenario wollte Bismarck gegen den Reichstag die Reichsverfassung ausl�sen, die er zu einem Bund der F�rsten und Senate erkl�rte, ohne Beteiligung der Repr�sentativk�rperschaften. Die Schlu�folgerung: Es waren dann ja auch die F�rsten, die durch R�cktritt vom Bundesvertrag die Verfassung aufl�sen konnten. Die Frage, ob sie es durften, wurde nicht bedacht. Danach jedenfalls wollte man weitersehen. Dazu gab es noch eine Variante, die von Preu�en ausging. Man w�rde, so Bismarck:"Um der fortgesetzten Renitenz eines Reichstages, in welchen die oppositionellen Elemente die Mehrheit h�tten, zu begegnen, auch andere Mittel anwenden". So konnte der preu�ische K�nig die Kaiserw�rde niederlegen oder den Reichsinstitutionen passiven Widerstand entgegensetzen.
Der zweite Fall hatte mehr politische Farbe, und der Kaiser w�re �berspielt worden. Bismarck plante, wenn erst die neuen Arbeiterschutzgesetze im Reichstag eingebracht waren, gro�e Milit�rvorlagen und dann ein neues, radikal versch�rftes Sozialistengesetz mit "Strafbestimmungen f�r die Arbeiter, welche andere zum Streiken zwingen wollen". Das mu�te zu erneuten Massenstreiks, st�dtischen Unruhen, zu Konflikt und Reichsaufl�sung f�hren, bis ein neuer Verfassungszustannd eingerichtet war. Hat Bismarck geglaubt, die Geschichte k�nne sich wiederholen und es sei, noch einmal, ein preu�ischer Verfassungskonflikt zum Sieg zu f�hren wie 1866?
Das war der Bruch. Weder der Kaiser noch die Kommandierenden Gener�le, weder die Industrie noch die H�upter der liberalen Parteien konnten auf diesem Weg folgen.

Die wohl berühmteste Karikatur der Welt: "Der Lotze geht von Bord"

Englische Karikatur zur Entlassung Bismarcks 1890

Am 18. März 1890 reichte Bismarck sein Entlassungsgesuch ein. Es war, nach den Hilflosigkeiten der vergangenen Wochen, ein letztes Meisterst�ck des Kabinettpolitikers, f�r �ffentlichkeit und Nachwelt bestimmt und so abgefa�t, da� der Kaiser, der Berichte des deutschen Konsuls in Kiew �ber russiche Milit�rpolitik mit aggressiven Marginalien versehen hatte, als dilettierender Kriegstreiber dastand. Bismarck deutete an, man verlange von ihm eine andere Politik gegen Ru�land. "Ich w�rde damit alle die f�r das Deutsche Reich wichtigen Erfolge in Frage stellen, welche unsere ausw�rtige Politik seit Jahrzehnten im Sinne der beiden Hochs. Noch vor dem Furioso dieser Szenen, als Windthorst f�r das Zentrum mit Bismarck �ber k�nftige Koalitionen sprach, hatte der Zentrumsf�hrer ersch�ttert bemerkt, da� er vom Sterbebett eines ehrw�rdigen und gro�en Mannes komme..

 

5. Der I. Weltkrieg

5.1 Die Situation vor dem Krieg

a) in Kürze

-imperialistische Staaten (England,Frankreich,Deutsches Reich) und die Kaiserreiche (Österreich-Ungarn,Rußland)
-zweiGruppen: Mittelmächte (DeutschesReich,ÖsterreichUngarn)
                       Entente(England,Frankreich,Rußland)
-Verbündeter der Mittelmächte: Osmanische Reich
-Bündnisspolitik
-aufkommender Sozialismus in Rußland
-Bevölkerungswachstum

b) Ausführlich

Die Niederlage im Deutsch-Französische-Krieg von 1870/71 erboste Frankreich noch immer. Man konnte dem Kaiserreich die Schmach, welche es Frankreich angetan hatte, in dem es seinen Kaiser im Schloss Versailles bei Paris proklamierte nicht verzeihen. Dazu kam der Verlust von Elsaß-Lothringen. Frankreich wollte Revanche.

Die Außenpolitik Kaiser Wilhelm II. isolierte das Deutsche Reich und entließ Frankreich aus seiner Isolation, welche Otto von Bismarck durch Bündnisse aufgebaut hatte. Durch die Rüstungs- und Flottenpolitik des Kaisers entstanden auch Spannungen zwischen Großbritannien und Rußland auf der einen und Deutschland auf der anderen Seite. Trotz seiner engen Verwandschaft zum britischen Königshaus-und zur russischen Zarenfmilie setzte er sich mit seiner imperialen Politik außenpolitisch zwischen alle Stühle.

5.2 Bündnisse

1894 russische-französische Allianz

1904 Entente cordiale zwischen Großbritannien und Frankreich

1907 Interessensausgleich zwischen Russland und Großbritannien

1909 Geheimvertrag zwischen Italien und Russland über status quo auf dem Balkan

1909 Beistandsabkommen zwischen dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn ("Nibelungentreue"

1912 Balkanbund zwischen Griechenland, Monte Negro, Bulgarien und Serbien

Eine zeitgenössische Karikatur aus dem Jahre 1914. Das Deutsche Reich (Soldat in grßn mit Pickelhaube) und Österreich-Ungarn (Soldat in blau) haben ganz Europa als Gegner.

5.3 Bedeutende Personen dieser Zeit

Kaiser Wilhelm II. ( 1859 - 1941)

Deutscher Kaiser, König von Preussen etc. von 1888 bis 1918.

 

Kaiser Franz Joseph I. (1830 - 1916)

Kaiser von Österreich, König von Ungarn, König von Böhmen etc. von 1848 bis 1916

 

König Georg V. (1865 - 1936)

König von Grossbritanien und Irland von 1910 bis 1936

 

Zar Nikolaus II. (1868 - 1918)

Zar von Russland von 1894 bis 1918

5.4 Kriegsausbruch Ursache und Ablauf

a) In Kürze

-Erschießung des Österreich-Ungarischen Thronfolgers durch serbische Nationalsotialisten
-Einmarsch in Sarajewo
-Rußland unterstützt Sarajevo
-Deutsches Reich unterstützt Österreich-Ungarn
-Entente (Großbitannien und Frankreich) unterstützt Rußland

b) Ausführlich

In Mitteleuropa hatte sich also eine Machtkonzentration, bestehend aus Deutschland und Österreich-Ungarn gebildet. Diese war im Westen von Frankreich und Großbritannien und im Osten von Russland eingeschlossen.

Am 28. Juni 1914 wurden der österreichische Erzherzog Franz Ferdinand, Neffe des Kaisers und Thronfolger, und seine Gemahlin in Sarajewo ermordet. Dies war nur die Spitze der in den vergangenen Jahren zugenommenen Spannungen zwischen Österreich-Ungarn und Serbien.

Der Österreichische Außenminister, Graf Berchthold und der Chef des Generalstabes, General Conrad, sahen dies als Möglichkeit an, Serbien in seine Schranken zu weisen und Überzeugten Kaiser Franz Joseph von der Notwendigkeit entsprechender Schritte. Von Deutschland und Ungarn bekamen sie uneingeschränkte Rückendeckung.

Längere Zeit geschah nichts, aber am 23.07.1914 wurde ein Ultimatum an Serbien übergeben. Es war auf 48 Stunden befristet und enthielt eine Vielzahl von Forderungen, darunter die Verfolgung und Bestrafung der Attentäter durch österreichische Beamte in Serbien. Am 25.07.1914 stimmte Serbien den Forderungen bis auf die Einbeziehung der österreichischen Beamten zu. Österreich-Ungarn brach daraufhin noch am selben Tag die diplomatischen Beziehungen ab und erklärte am 28.07.1914 Serbien den Krieg.

Dies war nun das Ende des mit dem Ultimatum begonnenen Machtpokers und führte Europa in einen 4 Jahre dauernden Krieg. In Deutschland und Österreich-Ungarn hatte man nicht mit einem Krieg gerechnet und wenn doch, dann nur einem lokalen Konflikt auf serbischem Boden.

Russland, welches sich als Beschützer aller Slawen ansah, befahl am 20.07. die Generalmobilmachung. Deutschland sicherte immer noch seine Unterstützung zu und bekräftigte Österreich weiterhin zu einem Festhalten an den Angriffsplänen. Gleichzeitig verlangte man die Einstellung des russischen Truppenaufmarsches und die Bewahrung der Neutralität, was von Russland aber nie beantwortet wurde. Von Großbritannien wurden drei vergebliche Versuche unternommen, doch noch die Gefahr eines drohenden europäischen Großkrieges abzuwenden, welche aber allesamt scheiterten.

Am 01.08.1914 erklärte Deutschland, durch seine Bündnisse Österreich-Ungarn verpflichtet, Russland den Krieg. Da Anfragen der deutschen Regierung sowohl in Frankreich wie auch in Großbritannien über deren weiteres Vorgehen dahingehend beantwortet wurden, daß die Triple Entente weiterhin Gültigkeit haben würde, gingen in Paris am 03.08. und in London am 04.08. deutsche Kriegserklärungen ein.

Deutschland befand sich nun in einer militärisch ungeschickten Lage zwischen den drei Großmächten. Der deutsche Angriffsplan sah nun erst ein Vorgehen im Westen, nach einer von Generalstabschef von Schliefen im Jahr 1905 verfassten Denkschrift vor. Durch ein schnelles Vorgehen über Belgien sollten die französischen Streitkräfte geschlagen werden, woraufhin man sich nach Osten wenden wollte um dort gegen Russland zu ziehen.

Grund für den ersten Weltkrieg waren also nur Eitelkeiten in europäischen Königshäusern und das Festhalten an vorhandenen Verträgen. Im Sommer 1914 breitete sich in ganz Europa eine zunehmende Kriegsfreude unter den Bevölkerungen der einzelnen Staaten aus und man ging von einem schnellen Sieg der eigenen Armee und einem grandiosen Sieg aus, der aber nie kommen sollte.

 

5.5 Kriegserklärungen der beteiligten Staaten

Angegeben ist das Datum der Erklärung des Kriegszustands

  • Österreich-Ungarn
    28. Juli 1914 an Serbien
    6. August 1914 an Rußland
  • Deutsches Reich
    1. August 1914 an Rußland
    2. August 1914 an Luxemburg
    3. August 1914 an Frankreich
    4. August 1914 an Belgien
    9. März 1916 an Portugal
    27. August 1916 an Rumänien
  • Großbritannien
    4. August 1914 an das Deutsche Reich
    12. August 1914 an Österreich-Ungarn
    5. November 1914 an das Osmanische Reich
    15. Oktober 1915 an Bulgarien
  • Serbien
    6. August 1914 an das Deutsche Reich
    7. November 1914 an das Osmanische Reich
  • Montenegro
    7. August 1914 an Österreich-Ungarn
    11. August 1914 an das Deutsche Reich
  • Frankreich
    13. August 1914 an Österreich-Ungarn
    6. November 1914 an das Osmanische Reich
    16. Oktober 1915 an Bulgarien
  • Rußland
    2. November 1914 an das Osmanische Reich
    20. Oktober 1915 an Bulgarien
  • Japan
    23. August 1914 an das Deutsche Reich
  • Italien
    23. Mai 1915 an Österreich-Ungarn
    20. August 1915 an das Osmanisches Reich
    19. Oktober 1915 an Bulgarien
    28. August 1916 an das Deutsche Reich
  • Bulgarien
    12. Oktober 1915 an Serbien
    1. September 1916 an Rumänien
  • Rumänien
    27. August 1916 an Österreich-Ungarn
  • Osmanisches Reich
    30. August 1916 an Rumänien
  • Griechenland
    25. November 1916 an das Deutsche Reich
    25. November 1916 an Bulgarien
  • USA
    6. April 1917 an das Deutsche Reich
    7. Dezember 1917 an Österreich-Ungarn

 

5.6 Der Kriegsverlauf           

                   -Österreich-Ungarn versicherte sich der deutschen Unterstützung
                   -28.Juli1914:Kriegserklärung
an Serbien von Österreich-Ungarn

-30.Juli:Gesamtmobilmachung in Rußland
-31.Juli:Deutschland stellt Ultimatum an Frankreich und Rußland
-1.August:Kriegserklärung von Deutschland an Rußland und Mobilmachung
-2.August:Deutschland stellt Ultimatum an Belgien
-3.August:Kriegserklärung von Deutschland an Frankreich
-3./4.August: deutscher Einmarsch in Belgien
-5.September:England nimmt am Krieg teil
-6.bis 9.September:Scheitern des Schlieffenplans(Einkreisen der französischen Armee über Belgien) trotz französischer   Verluste von 300000 Mann
-9.September:Rückzug der Franzosen an Seine und Marne
-Oberst Hentsch befiehlt Rückzug der zerrütteten deutschen Armee aus Frankreich
-Deutschland leitet Friedensverhandlungen mit Rußland ein,nachdem der achten Armee unter Hindenburg und Hoffmann ein Umfassungssieg gelungen ist
-Erstarrung der Westfront
-Frankreich bietet Deutschland einen Sonderfrieden an (zurückgewiesen)
-11.November1914:Vormarsch der Deutschen in Rußland bis nach Warschau und Weichsel
-Ende 1914:Scheitern zweier Österreich-ungarischen Offensiven
-Scheitern eines Feldzuges in Galizien und Kapitulation einer armeenstarken Festung Przemysl(22.März 1915)
-Erstarrung der russischen Front
-März1915:Vormarsch der Russen in den Dardanellen(Teil der Karpaten)
-Mai bis Oktober 1915:erfolgreicher deutscher Heereszug in Polen
- 6.Oktober1915:Vormarsch der Deutschen zur Donau
-Fall Belgrads
-Eingriff Italiens in den Krieg auf Seiten der
Triple Entente
-deutsche U-Boote versenken englisches Passagierschiff mit 139 Amerikanern an Bord
-Österreich-Ungar, das Deutsche Reich und das Osmanische Reich erobern Serbien
-Erstarrung der Ostfront
-Stellungskrieg von 1915 bis 1917: im Westen Frankreich, im Norden England, im Osten Rußland, im Süden Italien
-Einsetzung von Schützengräben, Stützpunkte, Drahtverhauen, Handgranaten, Maschienengewehren, Flugzeugen, Artillerie und Panzern
-22.April 1915: Einsetzung von Giftgas
-31.Januar 1917: USA brach diplomatische Beziehungen mit den Mittelmächten wegen der Erlaubniss des uneingeschränkten U-Boot Einsatzes,wobei auch amerikanische Zivilisten getötet wurden
-6.April 1917: USA erklärt den Mittelmächten den Krieg
-November 1917: Panzerschlacht(Panzerschlacht)bei Cambrei
-Dezember1917: deutsches Ostasiengeschwader im Südatlantik von englischem Geschwader versenkt
-restliche Flotte lag großteils vor Anker
-Zermürbungskrieg wegen undurchdringbaren Hauptstellungen und Artillerielinien
-Anfang Juli bis Mitte September1917: Sommeschlacht (Defensiv- und Artillerieschlacht an der Westfront)
-Oktober1917: Revolution in Rußland
-Dezember 1917:Waffenstillstand
-März 1918: Frieden von Brest-Litowsk
-Januar 1918: Streiks in deutschen Munitionsfabriken
-März bis Juni 1918: Frühjahrsoffensive der Deutschen
-Juli1918: erfolgreicher Gegenangriff der Deutschen
-Rückdrängung der Deutschen mit 1000000 Amerikanern und 450 Tanks
-Mitte Oktober 1918:deutsche Verbündete Bulgarien, Türkei bitten um Waffenstillstand
-28.Oktober1918: Österreich-Ungarn löst sich auf
-Amerikaner verlangen Einhaltung des 14-Punkte-Plans (Bsp.:Gründung Polens, Auflösung des Kaiserreiches)
-Idee des miltärischen Selbstmordes Deutschlands
-Militär streikt
-9.November1918: Generalsreik in Berlin
-9.November 1918 um 14.00Uhr: Ausrufung der Republik
-11.November 1918 :Kriegsende
-28.Juni 1919: Unterzeichnung des Versailler Vertrags
 

6. politische und territoriale Veränderungen - Der Versailler Vertrag

Am 28 Juni 1919 unterzeichnet die Vertreter Deutschlands den Friedensvertrag von
Versailles. Die Kolonien mußten abgegeben werden, Polen bekam Posen, Westpreußen und Soldau, Elsaß-Lothringen ging an Frankreich,das Memelland wurde von Litauen beansprucht, Eupen und Malmedy gingen an Belgien, Nordschleswig fiel an Dänemark und das
Hultschiner Land wurde der Techoslowakei zugesprochen.
Das Rheinland wurde besetzt und entmilitarisiert.
Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn mußte aufgelöst werden und es entstanden Österreich, Ungarn, Jugoslawien und die Tschechoslowakei.Zu diesem Zeitpunkt war die Bundesrepublik Österreich als Staat nicht lebensfähig. Es wurde der Anschluß an Deutschland angestrebt. Jedoch untersagten dies die Alliierten. Die Gebiete des ehemaligen Osmanischen Reichs (Syrien, Irak, Transjordanien und Palestina) wurden unter brtische und französische Mandatsherrschaft gestellt.
 
-insgesamt verloren die Mittelmächte weit über 3Mio. qkm und 20Mio. Menschen
-Deutschland durfte nur 100000 Soldaten unterhalten. untersagt waren schweren Waffen, großen Kriegschiffe und eine Luftwaffe besitzen
-Deutschland wurde Republik
 
 
 
 

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